Geschichte
100 Jahre fest in Familienhand
Wir möchten Ihnen einen Blick hinter die Fassade von Döllerer‘s Genusswelten zu gewähren. Einen Blick, der über das hinausgeht, was man üblicherweise so mitbekommt, wenn man als Gast bei uns einkehrt. Einen Blick, der nicht nur unsere Familiengeschichte im letzten Jahrhundert zeigt, sondern Sie auch ein bisschen zum Schmunzeln anregen soll. Denn eines ist sicher: im Leben der Großfamilie Döllerer ging und geht es oft sehr turbulent zu. Wir möchten Ihnen einerseits einen Rückblick auf die spannende Entwicklung unseres Betriebs in den letzten hundert Jahren und auf Golling im ganz Allgemeinen geben, andererseits aber auch einen Ausblick in unsere vielversprechende Zukunft.
Es war einmal ...
Unsere Großeltern, das Ehepaar Anton und Elisabeth Döllerer kamen 1909 erstmals nach Golling. Damals übernahmen die beiden den Gasthof mit dazugehöriger Fleischerei und tauften diesen auf den Namen „Döllerer‘s Großgasthof zum goldenen Stern – Fleischhauerei und Selcherei“. Unsere Großmutter brachte ein lediges Kind mit in die Ehe, nämlich unseren Vater Hermann, der als leidenschaftlicher Fleischermeister und Gastwirt mit seinen Eltern den Betrieb aufbaute.
Golling wird zum beliebten Urlaubsziel ...
Es war dann in den 1930er Jahren, in denen unsere eigentliche Erfolgsgeschichte ihren Ursprung fand. Es ist unserem Vater zu verdanken, dass der Fremdenverkehr in Golling zu florieren begann, war er doch im Tourismusgeschäft sehr aktiv. Es gelang ihm durch sein großes Engagement, den Gründer von Touropareisen – heute das renommierte Touristikunternehmen TUI – Dr. Carl Degener nach Golling zu lotsen und ihm unsere Umgebung schmackhaft zu machen. Selbst in Dr. Degeners Biographie beschreibt man heute noch seine innovative Idee, Urlaubsreisen auch in einkommensschwächeren Schichten zugänglich zu machen. Das Büro organisierte Urlaube und Reisen mit Schwerpunkt in die Alpen und so fuhren ab diesem Zeitpunkt unzählige Sonderzüge ins Salzburger Land, bevorzugt nach der Golling. Carl Degener war damals von Golling sogar so fasziniert, dass er im Bereich des Egelsees ein Kurhaus errichten wollte und auch seine Pläne für einen Lift auf das Hochreith lagen schon in der Schublade. Dann wurde aber 1938 durch Hitler die „1.000-DM-Sperre“ verhängt und die Projekte mussten leider platzen.
Unsere ereignisreichen Lehrjahre ...
Im Jahr 1943 heiratete unser Vater in zweiter Ehe unsere Mutter Anna – seine erste Frau verstarb leider viel zu früh und hinterließ ihm unsere Halbgeschwister Anton, Elisabeth und Marlene. Aus diesem zweiten Lebensabschnitt gehen wir beide hervor: Raimund der große Bruder und Hermann das Nesthäkchen. In den 1950er Jahren kurbelten unsere Eltern dann schnell wieder den Gollinger Tourismus an und so kamen weiterhin deutsche Gäste von Touropa mit dem Zug und auch viele Reisebusse aus Skandinavien auf Urlaub in unsere Heimat. Langsam wuchsen wir zu Jungendlichen heran und bald stand auch die Entscheidung für unsere zukünftigen Laufbahnen fest. Für unseren Vater war klar: einer musste Metzger lernen, der andere die Ausbildung in der Hotelfachschule absolvieren, um danach den Gasthof zu führen. Trotz der für uns nicht immer leichten Jungendjahre, wir arbeiteten ohne Ruhetag rund um die Uhr, erinnern wir uns gerne an diese Zeit zurück. Damals tummelten sich bei uns im Markt Scharen von hübschen Damen aus Berlin und Dänemark, die selbstverständlich vor unserer Türe Schlange standen.
Wir waren damals nämlich ziemlich flotte Burschen, die es verstanden, Gäste zu unterhalten und bis in die Puppen zu feiern. Wir waren bekannt für unser abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm: Mit unseren Gästen wurde gesungen, getanzt und gewandert. Anlässlich unserer legendären Marktfeste kamen wir sogar ins Guinness Buch der Rekorde, zauberten wir doch die „längste Sulz‘n der Welt“ und die „größte Gröstlpfanne“, die man je gesehen hat.
Wir ließen uns einfach immer etwas Neues einfallen, um unsere Besucher bei Laune zu halten.
Gehobene Gastronomie im goldenen Stern ...
Bis in die späten 1970er Jahre hinein, unser Vater verstarb 1974, packten wir gemeinsam mit unserer Mutter im Betrieb an und konzentrierten uns nach wie vor auf den Gollinger Sommertourismus. Im Winter hatten wir damals sogar noch zur Gänze geschlossen. Ein großes Schlüsselerlebnis für die Neuorientierung des Döllerers war dann ein Gespräch mit dem damaligen ORF-Intendanten Rudolf Bayer. Er war ein bekannter Feinschmecker und brachte uns wirklich zum Umdenken. Ab diesem Zeitpunkt widmeten wir uns dem heimischen Publikum, das wir mit der frischen Qualität unserer regionalen Produkte und einer neuen Küchenlinie gewinnen konnten. Das war zugegeben am Anfang nicht leicht. Wir mussten auf Grund des gesteigerten Niveaus die Preise erhöhen und es blieben viele Stammgäste aus. Hatten sich bis dahin in den Sommermonaten die Gäste gegenseitig die Stühle in die Hand gegeben, blieben jetzt Tische frei. Das kostete uns schlaflose Nächte, aber da mussten wir einfach durch!
Der preisgekrönte Erfolg mit der ersten Gault Millau Haube, erkocht von unserem Küchenchef Karl Einfalt, gab uns dann 1983 aber Gott-sei-Dank recht. Wir wurden mit elf Punkten bewertet, worauf wir besonders stolz sein konnten, bekam das Sacher in Wien im Vergleich dazu nur zehn Punkte! Auch im Privatleben wurden wir in diesen Jahren beide mit unseren Gattinnen Marianne und Martha und unserer Kinderschar belohnt. Wir wurden also zu einer richtigen Gastronomiegroßfamilie.
Döllerer's Genusswelten entstehen ...
Mit unserer Liebe zum Essen, wuchs auch die Liebe zum Wein. Neben unserer zweiten Haube, erkocht von Bruno Plotheger, und der Auszeichnung mit drei Gault Millau-Hauben dank der Kochkünste von Bernhard Hauser, begann auch das Thema Wein für uns eine immer bedeutendere Rolle zu spielen. So entstand also neben Gourmetküche und Metzgerei der Weinhandel als drittes Standbein unseres Betriebs. Somit waren Döllerer’s Genusswelten geboren. Mit unserer stetig wachsenden Familie musste selbstverständlich auch das Unternehmen weiter wachsen, wollten wir doch aus der Tradition heraus allen unseren Kindern einmal die Möglichkeit geben, in unsere Fußstapfen treten zu können. Um uns aber dabei nicht gegenseitig auf die Füße treten zu müssen, was bei einer so großen Familie ja leicht der Fall sein kann, lag unser größtes Bestreben immer darin, die Verantwortung für die einzelnen Bereiche von Döllerer‘s Genusswelten untereinander aufzuteilen. So konnte eigentlich jeder von uns, persönliche Ideen nach den eigenen Vorstellungen erfolgreich umsetzen.
Die junge Generation hält einzug ...
Der nächste Schritt war im Jahr 2001 die Eröffnung unserer Vinothek Enoteca + Bacaro am Brennhoflehen vor den Toren Gollings, die heute gemeinsam mit dem Weingroßhandel von Raimund und Christian geleitet wird. Der größte Coup gelang uns dann auch noch mit unserem Andreas, der nach seiner Kochausbildung und Lehrjahren bei den ganz großen der Gastronomieszene, wieder zu uns nach Hause kam, um hinter dem Herd sein Erfolgsrezept zu kochen. Seit 50 Jahren war seit mir, Raimund senior, zum ersten Mal endlich wieder ein Familienmitglied für die Küche zuständig und so war der Döllerer im wahrsten Sinne des Wortes erneut in aller Munde. Nun sind wir eigentlich schon in der Jetztzeit angekommen. Das Heute bedeutet für uns das Leben mit einer bereits 15-köpfigen Familie, darunter unsere zwei Schwiegertöchter Sabine und Christl sowie unsere insgesamt fünf Enkelkinder Laura, Raimund, Florian, Andreas und Leopold. Sie alle sind unser größter Stolz, ziehen sie doch ganz in unserem Sinne gemeinsam mit unseren Söhnen an einem Strang. Das Heute bedeutet für uns aber auch, dass wir uns schön langsam etwas zurücklehnen dürfen. Eigentlich sogar ein bisserl müssen, denn Sie wissen ja, es ist gar nicht so leicht, das Zepter aus der Hand zu geben, wenn man eine Sache so richtig lieb gewonnen hat. Und auch wenn wir uns ganz früher vielleicht einmal gewünscht hätten, andere Berufswege einzuschlagen, im Heute dürfen wir dankbar auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Unsere nächsten Generationen sind der beste Beweis dafür.
WAS DIE ZUKUNFT SO BRINGT ...
Wenn wir uns erlauben, einen Blick in die Zukunft zu werfen, sehen wir, dass die Perspektiven für Döllerer‘s Genusswelten groß sind. Es ist wahrscheinlich die gelungene Mischung aus der Erfahrung der Alten und der Ideen unserer Kinder und Kindeskinder, die uns zuversichtlich nach vorne schauen lässt. Es trägt einfach jeder von uns ein „Schäuferl“ zum Erfolg unseres Familienbetriebs bei. Eines können wir Ihnen jetzt auch schon verraten. Wir schmieden schon wieder die nächsten Pläne, konnten wir doch kürzlich unsere beiden Nachbarhäuser erwerben. Was das für Döllerer’s Genusswelten bedeutet, können Sie sich ja vielleicht denken. Mehr wollen wir aber dazu jetzt noch nicht ausplaudern.
Es lebe die Tradition seit 1909!
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